Unser Wintersemester 2016/17 im Rückblick

24.09.2016 27. Damenverbindungstreffen in Franken

DVT 2016Jedes Jahr ein Highlight – das Damenverbindungstreffen für alle korporierten Damen in Europa. Ausgerichtet wurde es von den Damen der ADV Eostarae Erlangen, ADV Thalia Bamberg und der ADV Carolina Wilhelmina zu Ansbach-Triesdorf und wurde in Erlangen gefeiert.

Natürlich machten auch wir uns wieder auf den Weg, um neue und alte Gesichter zu treffen, sich über das Couleurwesen auszutauschen und natürlich, um etwas mehr über die Stadt Erlangen zu erfahren.

Pünktlich zur Stadtrundführung erreichten wir das fränkische Städtchen und liesen uns die wichtigsten Gebäude und Plätze zeigen. Zum Glück hatten wir ein Traumwetter, so dass der Rundgang doppelt erfreute. Im Anschluss stand der Besuch zweier Kurse zur Wahl: Knigge oder Weinverkostung. Wir überlies dies jedoch anderen Interessierten und genossen mitten im Herzen von Erlangen das Wetter bei einem Kaffee.

Natürlich waren wir dann wieder zur Tagung und der anschließenden Festkneipe anwesend und freuten uns sehr die Farbenschwestern der ADV Barbara Leoben, der Wiener Mädelschaft Nike und der ADV Regina Maria-Josepha Dresden zu treffen. Nach einem kurzen offiziellen Teil blieb reichlich Zeit sich mit vielen Farbenschwestern auszutauschen und das Zusammentreffen zu feiern.

Natürlich wurde über die Örtlichkeit des nächsten Treffens abgestimmt. Der Zuschlag ging nach Leoben! Wir sind auf jeden Fall dabei.

Gruppe DVT 2016

Romy Fuchs


01.10.2016 Wiesn-Stammtisch

Wiesn 2016Inzwischen ist es bei uns Tradition, dass wir einmal zur Wiesn einen Stammtisch organisieren. So auch heuer am letzten Wiesn-Wochenende.

Bereits im Vorfeld hatten sich einige Farbenschwestern der ADV Barbara aus Leoben angekündigt, sodass mit einem feucht-fröhlichen Abend zu rechnen war. Erstaunlicherweise war das Zelt diesmal sehr gut gefüllt, was sicher auch an dem nicht besonders guten Wetter lag – Biergarten fiel aus.

Im Laufe des Abends trafen wir auf einige Farbenbrüder der KDStV Vandalia München zu Prag sowie der MB! Stauffia und führten anregende Gespräche. Da ein Wiesn-Abend bekanntlich um 23.30 Uhr beendet ist, zog man weiter – einige zum besten Tresen der Stadt, den Stauffen.

Romy Fuchs


22.10.2016 Weinkneipe für den Weltfrieden

Ankneipe WS1617Die Ankneipe des Wintersemesters 2016/17 bekam von unseren Aktiven wieder ein Motto verpasst „Weinkneipe für den Weltfrieden“.

Wie der Name schon sagt, konnte man mit reichlich Wein und nachdenklichen Worten zum Weltfrieden rechnen. Ersteres wurde dank unserem Weinhändler „Moosacher Weinkistl“ und unserer persönlichen Lieferantin Kerstin Netz reichhaltig erfüllt. Letzteres wurde amüsant und vielleicht einwenig umständlich verpackt von unserer lieben Seniora Katja Meroth vorgetragen. 😉

Inzwischen haben wir auch einige Stammgäste zu verzeichnen, die unsere Kneipe gerne besuchen und uns immer wieder herzlich willkommen sind. Darüber hinaus gibt es bei uns wieder frischen Wind im Fuxenstall. Clara Nitsche wurde offiziell in unseren Reihen aufgenommen.

Gefeiert wurde auf der Etage des Corps Vitruvia am Platzl mitten in München. Leider ist die zentrale Lage auch für andere Verbidnungen interessant für einen Couleurbesuch. So verschafften sich einige Herren des Corps Suevia Zugang. Damit war die Ruhe für unsere Kneipe nicht mehr gegeben und wir entschieden uns diese nach dem offiziellen Teil zu beenden.

Anstand ist eine Zier – auf die einige Bünde gern verzichten. Der Abend konnte mit den Herren nicht weitergeführt werden, sodass wir kurz nach 12 Uhr zu den Stauffen aufbrachen und deren Ausklang der MCD-Kneipe beiwohnten. Hier konnten wir bis in die Morgenstunden den Semesterstart genießen und neue Kontakte knüpfen.

Romy Fuchs


„Luja sog i!“ – Bayerischer Abend bei der CV-Verbindung Rheno-Palatia Breslau zu Mainz am 12. November 2016

Am Morgen des 12. November 2016, der heuer auf einen Samstag fiel, machten sich eine Bundesschwester und ein Farbenbruder Rheno-Palatiae auf den Weg von der bayerischen Landeshauptstadt in das rheinland-pfälzische Pendant, beladen mit zwei Fässern wohlschmeckendem Augustiner und Tonnen an köstlichen Schmankerln aus dem Freistaat.

Ein kulinarischer Kulturtransfer von der Isar an den Rhein stand im Semesterprogramm der Rheno-Palatia, zahlreiche Farbenbrüder, Damen und Gäste hatten sich für den Bayerischen Abend angemeldet. Nachdem im Keller die Spuren eines ereignisreichen Vorabends beseitigt waren, konnten die Vorbereitungen starten. Aus dem Rheno-Palaten-Keller wurde ein bayerisches Bierstüberl mit Bayernflaggen, Wimpeln, Biergartentischdecken, Bierfuizln und schwer beladenen Brotzeitbrettln. Weiß-blau soweit das Auge reichte. Die zahlreichen Gäste, die bald den Keller bevölkerten, wähnten sich für einen Abend auf exterritorialem Gebiet.

Als Vorspeise wurde eine Hochzeitssuppe gereicht, als Brotzeitschmankerl gab es Presssack, Regensburger, Obatzda, Kaminwurzn, Bergkas, Radieserl und Gurken, dazu resche Brezn. Hauptspeise war frisch gebackener Leberkäs mit Kartoffelsalat. Für den krönenden Abschluss sorgte eine selbstgemachte Bayerisch Crème.

Neben dem leiblichen Wohl kam auch die scientia nicht zu kurz. Einem kulturhistorischen Kurzvortrag über Geschichte, Mentalität, Sprache und manche Eigenheiten Bayerns und seiner Bewohner lauschten die Anwesenden mehr oder weniger interessiert, die reichhaltigen Speisen forderten ihren Tribut und das Verdauungskoma setzte ein. Glücklicherweise wurde es nicht zu akademisch, der Vortrag wurde immer wieder von humoristischen Einwürfen in bayerischer Mundart aufgelockert. Wenn es um Bayern und ihre Befindlichkeiten geht, ist Gerhard Polt immer ein lohnender Zitatenschatz. Um der Verdauung behilflich zu sein, wurde anschließend noch gehaltvolles Obst vom heiligen Berg in Andechs gereicht.

So gestärkt wollte man den Abend natürlich noch nicht zu Ende gehen lassen und saß noch lange in feucht-fröhlicher Runde ratschend und singend beieinander, bis die Fässer geleert waren.

Erkenntnis des Abends: Extra Bavariam non est vita, et si est vita, non est ita. Servus!

Kerstin Netz


Glühweinbummel – München, im Dezember 2016

Eine kleine, weil wegen Krankheitsausfällen dezimierte Truppe trifft sich trotz aller Widrigkeiten, um den alljährlichen Glühweinbummel zu begehen. Laut Anmeldung sollen ja vor allem auch einige Gäste kommen.

Nach gefühlt endlosem Warten auf dem Odeonsplatz mit der immer wiederkehrenden Frage: Welcher linke Löwe denn jetzt der Linke ist, der gemeint war? sind dann doch noch ein paar hartgesottene und verlässliche Freunde zu uns  gestoßen und wir haben uns auf den Weg gemacht, um die örtlichen Glühweinspezialitäten zu verkosten.

Diese wurden, wie eigentlich bisher in jedem Jahr, heiß serviert und gottseidank nicht so heiß getrunken, es wurden die einzelnen Stände diskutiert und die Vorzüge von Heidelbeerglühwein zum normalen Glühwein, die Vorzüge des einen oder anderen Wurststandes und von Käsekrainern, von einer süßen zu einer herzhaften Grundlage und so einige andere Dinge.

Neue Kontakte wurden geknüpft, es wurde, trotz der leider immerwährenden Kälte, viel gelacht und wir hatten auch in kleiner Runde viel Spaß. Wir würden uns freuen, auch im nächsten Wintersemester unsere Freunde und Bekannten willkommen zu heißen und einen schönen Abend mit Glühwein und guten Gesprächen zu verbringen.

Karen Weber


Weinabend bei der B! TC Minerva

Der Wein erfindet nichts, er schwatzts nur aus. (Friedrich von Schiller, Wallenstein)

Wir waren zum Weinabend bei der Burschenschaft TC Minerva zu München im BDIC eingeladen und ich muss gestehen, ich war äußerst neugierig, war doch dieser Bund in all meinen Jahren in München nie groß in Erscheinung getreten. Von meinen Bundesschwestern war mir lediglich bekannt, dass es sich um einen äußerst charmanten Bund handelt, der lange vertagt war, erst kürzlich wieder den Aktivenbetrieb aufgenommen hatte und man sich über die Maßen gut verstand. Logisch also, dass ich sehr gespannt war, was mich erwartete.

Wir machten uns also zu dritt auf den Weg nach Sendling, um dort einen hoffentlich feucht-fröhlichen Weinabend mit Wein, Weib und Gesang beizuwohnen. Wir kamen in einen gemütlichen Gewölbekeller, in dem reich gedeckte Tische uns erwarteten. Bald saßen wir inmitten eines sehr charmanten Haufens Alter Herren, die sich alle Mühe gaben, uns den Abend so angenehm wie möglich zu gestalten. Dazu kam bester fränkischer Wein sowie leckere Schmankerl, so dass wir uns bald rundum wohl fühlten. Zwar kam es im Verlauf des Abends zu gewissen Unstimmigkeiten hinsichtlich der Auslegung des Comments, aber auch diese hatten sich spätestens nach dem zweiten Glas Wein wieder ohne viel Aufheben geklärt.

Letztlich ließ man den Abend bei einer trauten Runde Kartenspiel ausklingen, die bis spät in die Nacht hinein dauerte.

Eva Zepke


Polarfahrt auf der Hanseatic

So manchen Abend in diesem Wintersemester haben wir uns Wein zu Gemüte geführt, vor allem zur inneren Wärmung. Aber damit uns auch mal von außen warm wird, haben wir uns, wenn auch nur in kleiner Besetzung, aufgemacht, um die sehr verehrlichte Verbindung Hansea auf dem Wels zu besuchen, die zum Tanz geladen hatten.

Es war an diesem Abend nicht nur schön, selbst zu tanzen, sondern auch recht eindrucksvoll, den Herren dabei zuzusehen, wie sie nicht nur ihre Damen schwindelig tanzten, sondern auch so manches mal mit Ihnen den Kronleuchter fast von der Decke holten.

Es war uns ein Vergnügen und eine Freude, im bunten Treiben zu sein und ich persönlich hoffe, in den nächsten Semestern weitere solche schönen Abende mit Cocktails und Tanz mit meinen Bundesschwestern verleben zu können. Herzlichen Dank an die Herren, die dies möglich gemacht haben.

Karen Weber


Nikolauskneipe e.s.v. KDStV Burgundia München & AV Salia-Silesia Gleiwitz zu Oppeln im CV

Es begab sich aber zu einer Zeit, da war es sehr kalt im winterlichen München, da machte sich die unerschrockene Conseniora mit den beiden Füxen auf den Weg, eine Nikolauskneipe zu besuchen, während ihr wackeres Leibmädel eine weitere Veranstaltung besuchte.

Sie waren früh dran, denn das Semesterprogramm gab Ihnen keinen Hinweis, aber die Herren öffneten doch die Türe gern und ließen die drei Damen ein. Es gab Speis und Trank und viel Gespräch noch vor dem offiziellen Programm. Doch dann wurde es plötzlich voll im Kneipsaal, selbst die geöffneten Fenster konnten der Hitze bald keine Abhilfe mehr schaffen, da sich mehr und mehr Leute dem fröhlichen Treiben anschlossen und der offizielle Teil der Veranstaltung um 22Uhr begann.

Eine wohlgeführte Kneipe und ein interessanter Krambambuli machten unseren Damen viel Spaß und wurde nur von der fast unerträglichen Wärme getrübt, da der kleine Kneipsaal mit viel zu vielen Menschen überfüllt schien. Es ergaben sich gute Gespräche und ein nettes Beisammensein und die Hoffnung, solche schönen Abende bald wiederholen zu können.

Karen Weber


Weinkneipe der KDStV Vandalia Prag zu München

Meine mathematische Karriere war wie meine Seniorate eher von Enthusiasmus als Struktur geprägt. Trotzdem oder gerade deswegen ist mit die eine oder andere Einsicht geblieben: Das Lebensalter vor dem Matheunterricht scheint mir mitunter das lebenswerteste und Nullen darf man streichen. Letzteres gilt übrigens auch in soziologischem Kontext.

Nach dieser Vorrede dürft auch klar sein, warum unsere zwei höchsten Chargen sich dieses Semester dazu entschieden haben, ihre Quersummengeburtstage zu feiern. Wer sich an dieser Stelle fragt, was eine Quersumme sei, der sei frei nach dem akademischen Prinzip auf die Fußnote[1] verwiese. Für alle anderen (und alle Rückkehrer) geht es hier weiter:

So wurden meine Wenigkeit 5 und unsere liebe Karen 3. Dies ist besonders bemerkenswert, verdeutlicht man sich, dass die XX kurz zuvor noch 11 war. Um dieses fröhliche Zahlenwirrwarr noch konfuser zu machen, entschieden wir uns mit zwei Füxen, einem Spefuxen, einer lieben Farbenschwester der ESV! Varietas und meiner Mutter die Weinkneipe des CV! Vandalia zu frequentieren, um die Altersumstellung von 11 auf 3 zu feiern.

Dies bewies sich als folgenschwerer Schritt. Denn nicht nur Zahlen führten zu Konfusion auch die anwesenden Namen (Annika, Katja, Karen, Camilla, Clara und Lara) führten zu Verwirrung in den Reihen der Herren. Diese wurde jedoch in recht gutem Wein ertränkt, sodass zusammen mit einer phänomenalen Kneipführung der Abend mehr als amüsant war. An dieser Stelle vielen Dank an das freundliche Präsidium und Contrapräsidium.

Tatsächlich wurde dem trinkfesten Geburtstagskind derart viel zugetrunken, dass seiner gesamten Entourage nach Beendigung des Inoffizes nur der geordnete Rückzug übrigblieb. Dieser erfolgte vorausschauender Weise ins Gasthaus zur goldenen Möwe, da die gesammelte (Spe)Fuxia andernfalls den Heimweg wohl nicht mehr gefunden hätte.

In diesem Sinne ergeht an meine lieben Herr Farbenbrüder der Gruß: Gerne wieder!

Katja Meroth

[1] Die Quersumme ist diejenige Summe, welche sich aus den einzelnen Ziffern einer Zahl zusammensetzt. So wird aus einer 12 mittels Quersummenbestimmung (1+2) eine 3 und aus der 666 (6+6+6) eine 18. Was Letzteres über Lebensalter uns Lebensstile aussagt, möchte ich dem Leser zur selbstständigen Bestimmung überlassen.


Weihnachtskreuzkneipe der sehr verehrlichen MB! Stauffia und der sehr verehrlichen ADV! Selenia zu München

Wenn auch das Wetter noch nicht auf Weihnachten schließen ließ, so sorgten doch die liebevolle Dekoration und die vollen Reihen des Kneipsaals umgehend für Stimmung. Tatsächlich wurde die Veranstaltung derart voll, dass zu den bereits bestehenden Zapfen ein weiterer angebaut werden musste.

Eine gekonnte doppelte Kneipführung und ein erquickliches Programm sorgten für einen angenehmen Abend. Da in München wenig gemischte Kneipen geschlagen werden, setzte sich die Corona aus vielen unterschiedlichen Bünden zusammen, welche sich durchaus noch nicht alle kannten. Eine wunderbare Gelegenheit zum interkorporativen Austausch und Netzwerken. Gerade die anwesenden Füxe konnten aus diesem Abend viel Neues und Interessantes mitnehmen.

Eine besondere Freude war uns, dass unsere lieben Farbenbrüder und –schwestern der ESV! Varietas zugegen waren. Gemeinsam verbrachten wir eine feuchtfröhliche Zeit in der Vorfreude auf den Heiligen Abend.

Vielen Dank für die Einladung zur tollen Kneipe mit spannenden Gesprächen! Wir freuen uns auf einen Gegenbesuch.

Katja Meroth


Thomastag in Nürnberg

Einmal im Leben sollte man als corporierter Student den Thomastag in Nürnberg besucht haben – dies hatte ich mir schon seit Jahren vorgenommen, aber wie es ebenso ist, gibt es in der Vorweihnachtszeit einfach immer wieder andere Dinge, die wichtiger waren. Nicht aber in 2016! Mit den Aktiven und einigen alten Herren der MB! Stauffia machte ich mich daher auf den Weg nach Nürnberg – mit dem Bummelzug, völlig überfüllt, im Großraumabteil, stehend ….ja, so fangen Geschichten an.

Die Fahrt war lang und anstrengend, aber wir haben das Beste daraus gemacht – dank des mobilen Getränkelieferanten der DB. Kurzum, ich bin zu alt für den Scheiß und buche bei einem zweiten Besuch lieber 1. Klasse im ICE.

Doch warum sollte man den Thomastag in Nürnberg eigentlich besuchen?
Die erste urkundliche Erwähnung des Thomastages findet man in Lutz Steinlingers Baumeisterbuch aus dem Jahr 1452, wo als Datumsangabe vermerkt ist: „zu sant Thomas – anno 1452“.

Im Mittelalter war es üblich, dass alle 12 Apostel ihren Feiertag im Kalender hatten, so auch in Nürnberg durch Ratsbeschluss von 1525. Von diesen 12 Feiertagen blieben bis heute nur 2 übrig: der 24. Juni, der Tag des Sommerheiligen St. Johannes und der 21. Dezember, der Feiertag des Winterheiligen St. Thomas.

Der Thomastag wurde dabei besonders ausgiebig gefeiert, weil an ihm, dem 4. Advent, die damals streng eingehaltene adventliche Fastenzeit zu Ende ging und darüber hinaus der Jahreslohn an die Dienstboten, Gesellen und Tagelöhner ausgezahlt wurde. Als zu Beginn des l7. Jahrhunderts sich der Christkindlesmarkt etabliert hatte, gewann der Thomastag als vorweihnachtliches Fest noch an Bedeutung. Wenn man im Ratsbuch von 1527 liest, dass für die Versorgung der 30.000 Einwohner am „St Thomas abent“ über 1.500 Fahrzeuge die fünf Haupttore Nürnbergs passierten, um Versorgungsgüter anzutransportieren, kann man sich vorstellen, wie es 100 Jahre später, als der Christkindlesmarkt zusätzlich viele Menschen anlockte, zuging.

Dass sich, nachdem das Nürnberger Gymnasium in Altdorf 1623 Universität wurde, bald auch deren Studenten in das bunte und ausgelassene Treiben mischten, ist nur allzu verständlich, waren und sind Studenten nun mal nicht als Asketen bekannt. Die Tatsache, dass ab dieser Zeit Studenten den Thomastag mitfeierten ist oft mit geradezu hanebüchenen Argumenten erklärt worden. Die schlichte Wahrheit ist die, dass sie auf dem Weg nach Hause in der großen, bunten Stadt noch etwas erleben wollten. Sie feierten Abschied voneinander und die Nürnberger Studiosi sind sicher oft erst spät mit ihren Kommilitonen, die bei ihnen die Weihnachtsferien verlebten, weil die Heimreise zu lang war, im elterlichen Hause angelangt. Dass sie auf der Heimreise noch Geschenke für ihre Familie einkauften, darf in das Reich der Fabel verwiesen werden. Geld dürften lebenslustige Studenten auf ihrer Heimreise sicherlich keines mehr gehabt haben.
Nach Gründung der Erlanger Universität 1743 gesellten sich deren Studenten auch dazu. Trotzdem dürften sie in der Menge kaum aufgefallen sein, waren es doch damals nicht viel mehr als zusammen 300.

Der Nürnberger Mundartdichter und Stadtflaschner Konrad Grübel erwähnt in seinen Gedichten den Thomastag des Öfteren, erwähnt aber nie Studenten oder deren Gebräuche. Die Studenten nahmen sozusagen als Bürger am Thomastag teil und feierten formlos und ohne jedes Reglement mit. Dabei zogen sie von Kneipe zu Kneipe, worin einige Historiker den Ursprung des Thomasbummels sehen.

Der erste Bericht über die Teilnahme einer Verbindung am Thomastag stammt aus einem Brief des Gründers des Erlanger Corps Bavaria Blumröder, in dem er seinen Eltern davon berichtet. Dann fließen die Quellen spärlich. Interessant ist eine Notiz in den Annalen des Corps Bavaria, wo es heißt, (1874) „als wir in corpore den altherkömmlichen Couleurbummel in der von allen möglichen Farben frequentierten Kaiserstraße machten“.

Der Couleurbummel wird erstmals 1897 öffentlich erwähnt (Fränkischer Kurier). In dem Inserat heißt es u.a. „nachmittags 3 Uhr allgemeiner Couleurbummel durch die Straßen Nürnbergs.“ Es handelte sich aber nicht um den heute bekannten, polizeilich genehmigten Bummel durch Königs- und Karolinenstraße, sondern „durch die Straßen Nürnbergs“ nur für diese eine Verbindung. Das Couleurbummeln war eine beliebte Sitte der Farbenstudenten um zu sehen und gesehen zu werden.

Heute ist der Nürnberger Thomastag eine rein farbenstudentische Angelegenheit geworden. Ohne die Studenten gäbe es keinen Thomastag mehr. Er ist eine im deutschsprachigen Raum einmalige Erscheinung. Nirgends sonst kommen so viele Farbenstudenten aus so vielen unterschiedlichen Verbindungen zusammen um ein Wiedersehen zu feiern, um alte Freundschaften zu erneuern und um die Idee des Farbenstudententums zu demonstrieren und sich dazu zu bekennen: Das Anstreben frei gewählter Ideale in lebenslanger Freundschaft.

Im Sinne der Scientia kümmerte sich der Alte Herr Stock der MB! Stauffia darum, dass genau diese Geschichte den jungen Aktiven bzw. den Füxen zu Ohren kamen. Dazu begaben wir uns auf die Burg und schlenderten durch die Gassen von Nürnberg, um schlussendlich an einem Glühweinstand hängen zu bleiben. Dort ergaben sich zahlreiche interessante Gespräche untereinander, aber auch mit anderen Bünden, die an uns vorbeizogen.

Der Samstagabend wird mit einer Kneipe oder einem Kommers der verschiedenen Dachverbände begangen. Als Dame war ich daher nicht zur Kneipe der MB! Stauffia und ihres Verbandes zugelassen. Dennoch gibt es immer Möglichkeiten bei anderen Verbänden unterzukommen.

Am Sonntag wurde dann der Thomasbummel begangen – leider wich mein Geschichtswissen der Ernüchterung als ich an diesem teilnahm. Die anwesenden Bünde spazierten hintereinander aufgereiht eine Straße hinunter und wieder herauf – vorbei an geschlossenen Geschäftsbauten der 60er und 70er Jahre, ohne viel Tamtam, doch eher farblos.

Kälte und altersbedingt machte ich mich mit den Alten Herren dann zeitnah auf den Rückweg nach München – diesmal mit Sitzplatz im Zug.

Mein Fazit: Ich hatte mir mehr erhofft. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich kein aktiver Student mehr bin oder mir meine Bundesschwestern gefehlt haben. Dennoch lege ich allen ans Herz, einmal dabei gewesen zu sein, denn es gibt nicht viele traditionelle Couleurveranstaltungen, auf denen auch Frauen dabei sein dürfen. Diese Chance sollte man ausnutzen.

Romy Fuchs


Aktivenfahrt zum Winterfest der CV-Verbindung Rheno-Palatia Breslau zu Mainz 27.-29. Januar 2017

Mainz - RückblickEine Aktivenfahrt ist wie Klassenfahrt, nur mit mehr Alkohol…

Freundschaften soll man pflegen, daher planten wir auch in diesem Semester einen Besuch des Winterfests bei den Farbenbrüdern der Rheno-Palatia in Mainz. Die Vorhut bildete eine unserer HDs und zwei Münchner Farbenbrüder (Bandinhaber Rheno-Palatiae), die sich bereits an einem Freitagmittag Ende Januar auf den Weg machten. Zwei aktive Mädel und ein Fux bildeten am Abend die Nachhut und trafen gegen 23 Uhr zum Begrüßungsabend im Rheno-Palaten-Keller ein. Die Willkommensbiere standen schon bereit! Nach der ersten Stärkung wurde das Matratzen- und Feldbettquartier im 5. Stock bezogen.

Der Abend war wie jedes Jahr geprägt von Wiedersehensfreude bei Aktiven, Alten Herren, Damen und befreundeten Gästen. Die buntgemischte Runde aus bekannten und neuen Gesichtern füllte den Kneipkeller, am Tresen herrschte großer Andrang. Gemeinsam wurde das Winterfestwochenende eingeläutet. Unsere Gastgeber freuten sich, dass vier Bavarinnen aus München mit ihnen feiern wollten, was wir ausgiebig und bis in die frühen Morgenstunden taten.

Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht trafen wir uns zur Mittagszeit zu einem deftigen Katerfrühstück im Café Extrablatt direkt gegenüber des Mainzer Doms. Mit eimerweise Kaffee, Saftschorlen, Radler und riesigen Burgern wurden Brand und Bierhunger erfolgreich bekämpft. Das Sightseeing wurde auf die Altstadt beschränkt und wir schauten uns nur einige wenige Hotspots an, darunter die Domus Universitatis, das die 1615 errichtete Alte Universität beherbergte, und das Haus zum Stein, ein Ende des 12. Jahrhunderts erbauter romanischer Wohnturm. Eindeutiger Höhepunkt des Rundgangs war allerdings der Besuch im Mainzelmännchen-Shop des ZDF.

Der restliche Samstagnachmittag verlief entspannt, es blieb auch genügend Zeit, sich kommerspräsentabel herzurichten. Am frühen Abend trafen wir uns dann mit Aktiven und Alten Herren der Rheno-Palatia zum Essen in der urigen Weinstube „Am Holztor“. In großer Runde stimmten wir uns auf den Kommers ein und schufen mit Schnitzel, Pommes und Bratkartoffeln die Grundlage für einen feucht-fröhlichen Kommersabend. Der verlief wie gewohnt, mit Trinken, Singen, amüsanten Gesprächen und einer kurzen, aber sehr intensiven Rede des Fuxen Akkad, der aus seiner Heimat erzählte und den Krieg in Syrien und die daraus entstandene Flüchtlingsproblematik aus der Sicht eines Betroffenen schilderte.

Natürlich waren wir nicht mit leeren Händen nach Mainz gekommen, die Seniora Katja überreichte eine Flasche Hirschkuss, die den Abend aber nicht lange überleben sollte. Denn es schloss sich noch ein gemütlicher Exkommers im Rheno-Palaten-Keller an, bei dem gewöhnlich die flüssigen Präsente umgehend auf ihre Tauglichkeit überprüft werden müssen.

Nach einer wiederum nicht sehr erholsamen Nacht (Schlafdefizite auf Aktivenfahrten sind ein ungeschriebenes Gesetz) klang der Winterfestsonntag mit dem üblichen Gottesdienst und einem gemeinsamen Mittagessen aus. Dabei konnte man noch einmal die Erlebnisse des Wochenendes Revue passieren lassen.
Jetzt warten wir darauf, dass uns die Rheno-Palaten endlich mal in München besuchen kommen. Leider gibt es heuer eine Terminkollision mit unseren Stiftungsfesten – die Anzahl der brauchbaren Wochenenden ist im sowieso schon kürzeren Sommersemester sehr begrenzt. Aber wir würden uns über einen Gegenbesuch zu unserer Abkneipe am 22. Juli sehr freuen.

Liebe Rheno-Palaten, vielen Dank für die wie immer herzliche Aufnahme in der Weintorstraße und hoffentlich bis bald!

Kerstin Netz


Abkneipe

Glück ist, Freunde zu haben. (aus Schottland)

Man kann fast sagen, es ist schon Tradition bei meiner lieben Bavaria Aurea, dass wir unsere Abkneipen als gemischte Kneipen feiern. Bei den ersten Kneipen war die Teilnahme der Herren noch etwas verhalten, man(n) traute sich wohl noch nicht so ganz an uns heran. Mittlerweile aber sind wir immer wieder positiv überrascht, wie viele Herren den Weg auf unsere Veranstaltungen finden. So konnten wir auch dieses Mal zahlreiche Vertreter unterschiedlicher Dachverbände begrüßen, darunter Kösener und Weinheimer Corpsstudenten, Burschenschafter, CVer, KVer und Unitarier.

Beeindruckend ist auch, dass uns trotz aller Verschiedenheit doch eigentlich so vieles eint. Darauf hob auch eines der Grußworte ab, gehalten vom Vorsitzenden des Convents Deutscher Akademikerverbände (CDA), AH Robert Bühl, dessen Anwesenheit uns besonders ehrte.

Nach fröhlich-festlichem Offiz freuten wir uns über ein extrem ausgelassenes Inoffiz mit allen möglichen studentischen Schandtaten: Schnaps trinken, Raten von couleurstudentischen Begriffen und Fuxenulk sowie last but not least das Aussaufen meines lange und heiß ersehnten Tönnchens.

Auch unseren Gästen hat es offensichtlich gut gefallen, denn den Grußworten war breite Zustimmung sowie ein deutliches „Weiter so!“ zu entnehmen. Nun soll aber eine Kneipe nicht Ausklang, sondern eher Auftakt eines gelungenen Abends sein. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und mischten uns anschließend unter unsere Gäste, so dass der restliche Abend angefüllt war mit langen, intensiven Gesprächen und dem Knüpfen neuer Kontakte. Fazit: Schöner und gelungener Kneipabend!

Eva Zepke


Aktivenfahrt zum Wiener Akademikerball – Wien, eine rauschende Ballnacht

Auf der Hinfahrt: strahlender Sonnenschein, der dennoch liegenden Schnee auf den österreichischen Feldern wie Zuckergussglasur strahlen lässt. Während der Busfahrt dann auch die Grenzkontrolle durch ein paar sehr nette Polizisten, kaum hatten wir die Grenze überquert gab es einen kleinen Beinahe-Unfall des Busfahrers, da andere Verkehrsteilnehmer meinen, sich nicht an die allgemeinen Verkehrsregeln halten zu müssen.

Gottseidank ist nichts passiert… Nach einem Zwischenstopp in einem urigen kleinen Rasthaus mit ländlichem Flair wurde der Nebel, der uns den ganzen Weg schon begleitete immer dichter.

Nach der Ankunft in Wien durften der Fux und ich unseren Weg durch das kalte Wien finden, was uns aber mit Bravour gelang. Wir wurden auf dem Haus der B! Gothia herzlich aufgenommen und hatten schon mal einen guten Einstand und einen feucht-fröhlichen Begrüßungsabend und allgemeines Kennenlernen.

Am Freitag haben wir uns dann nach dem späten „Brunch“ im Gasthaus zur Goldenen Möwe das erste Mal der Scientia zugewandt, haben die Innenstadt erkundet und uns den wunderschönen Stephansdom angesehen. Zurück auf dem Haus wurde es auch schon Zeit, sich fertig zu machen für den Ball, damit man beim Sektempfang schon fertig ist.

In einer Taxikolonne mit Polizeieskorte ging es dann in die Hofburg ohne größere Zwischenfälle, auch wenn die Horrorgeschichten aus den letzten Jahren und die Ankündigung von Demonstranten uns einen gewissen Respekt eingeflößt haben.

Der Ball war eine Freude und ein Vergnügen, vor allem einige Aussagen der obligatorischen Reden zur Eröffnung haben uns Mut gemacht: „Allein, dass wir heute Abend einen Ball veranstalten ist ein Akt der Verteidigung unserer und allgemein-gesellschaftlicher moralischer Werte“ und „Die Gerechtigkeit wird siegen“ sind hier nur ein paar Beispiele.

Nachdem die Füße kaputtgetanzt und genügend Fotos geschossen wurden, viele Kontakte geknüpft wurden und die Mitternachtsquadrille spaßig verbracht wurde, war es irgendwann Zeit, sich aufs Haus der Gastgeber zurückzuziehen und die Nacht ausklingen zu lassen, auch wenn der Ausklang in den Morgen überging, bevor man die Betten aufsuchte.

Am Samstag dann hatten wir das Vergnügen, nach dem Besuch in einem „Heurigen“ eine Inszenierung von Shakespeares „Die Komödie der Irrungen“ im Burgtheater zu sehen. Auch nach diesem Vergnügen haben wir einen netten Ausklang gehabt, und der Plan, früh zu Bett zu gehen, um am nächsten Morgen Bus und Bahn für die Heimfahrt nicht zu verpassen wurde bald umgeschmissen und die Nacht wurde weiter getanzt, gesungen und sozialisiert, um am nächsten Tag völlig erschöpft und übermüdet, aber glücklich die Heimreise anzutreten.

Alles in allem eine sehr gelungene Aktivenfahrt, deren Wiederholung erwünscht und erhofft wird. Vielleicht beim nächsten Mal mit noch mehr Beteiligung und vielleicht genauso guter Stimmung wie dieses Jahr.

Karen Weber