Bundesschwester Karen

Für eine bayerische Damenverbindung, vor allem mit dem Namen ADV Bavaria Aurea, bin ich als Nordlicht ja eigentlich die Falsche –  könnte man denken. Aber nachdem ich nach München gezogen bin um hier zu studieren, habe ich mir nach und nach mein Leben aufgebaut und mich den traditionellen Werten der Bayern, die den nordischen sehr ähnlich sind, immer weiter angenähert.

Ich hatte über eine Freundin Kontakt zu den Damen der ADV Bavaria Aurea bekommen und diese Mädels waren mir von Anfang an sympathisch. So kam dann auch schnell der Entschluss, eine Fuxenzeit zu absolvieren, um den Lebensbund, den man in dieser wie in vielen anderen Verbindungen auch eingeht, besser verstehen zu lernen und meine Entschlossenheit, mich in diese heterogene Gruppe starker Frauen einzufügen, zu festigen.

Nun habe ich nach einer Zeit des Schauens und Lernens meine Mädelprüfung hinter mir und es bleibt die Frage offen: Was hat zu dem Entschluss geführt, diesen Lebensbund wirklich einzugehen?

Als erstes ist zu sagen, dass mich die Prinzipien Amicitia, Scientia und Humanitas angesprochen haben und ich zu jedem einzelnen stehe. Die lebenslange Freundschaft, das Streben nach Erweiterung des persönlichen Wissens und akademischen Horizonts und das Einsetzen für Menschen, denen es nicht so gut geht wie einem selber oder die aus einem sonst wie gearteten Grund der Hilfe und des Schutzes anderer Bedürfen sind mir ureigen.

Ich persönlich bin ein geselliger Mensch, der gerne auch organisiert und anderen eine Freude bereitet. Diese Stärken wollte und konnte ich in die Gruppe mit einbringen.

Desweiteren bietet mir diese Gruppe von Damen immer wieder neue Möglichkeiten, Führungsqualitäten zu entwickeln und auszubauen, Rhetorik zu erlernen  und zu verbessern und eine Gruppendynamik zu erleben, die einer Verbindung und dem Kontakt mit anderen Verbindungen eigen ist. Ich habe sehr viel Spaß bei unseren Ausflügen und gemeinsamen Veranstaltungen, habe meine Bundesschwestern liebgewonnen als eine Familie fern der Heimat und würde diesen Schritt, mich ihnen anzuschliessen, immer wieder gehen. Weil man sich auf sie alle verlassen kann, sie immer –im Rahmen ihrer Möglichkeiten- für einen da sind und alle füreinander einstehen.

Außerdem sind da noch die Kleinigkeiten, die dem Ganzen einen runden Anklang geben: Man schickt sich immer wieder kleine Nachrichten und Bilder, die persönlich auf diejenige Bundesschwester zugeschnitten sind, feiert gemeinsam Geburtstage und andere Festivitäten, zittert mit den anderen mit, wenn diese Klausuren oder Abschlussarbeiten zu erledigen haben und freut sich über bestandene Examina, hat aber auch immer einen Motivationscoach in vielfacher Person an seiner Seite, der einem bei Rückschlägen und Niederlagen hilft, nicht das Gesamtziel und die Freude aus den Augen zu verlieren.

Vivat, crescat, floreat Bavaria Aurea ad multos annos!